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Schlüsselübergabe nach der Andacht
Erstes stationäres Hospiz der Stadt eröffnet
Magdeburg - Für das neue "Hospiz im Luisenhaus" sind gestern in den Pfeifferschen Stiftungen die Schlüssel übergeben worden. Die Kosten des Umbaus im Luisenhaus betrugen rund 545 000 Euro, die größtenteils aus Spenden kommen. Das Haus soll ein Zuhause werden für Patienten werden, die in der letzten Lebensphase im Sterben Geborgenheit erfahren. 7 Schwestern und eine Sozialarbeiterin beginnen hier ihre Arbeit.
"Herberge für eine liebevolle Pflege"
Nach einer Andacht von Pastorin Giselea Noack ist gestern nachmittag das erste stationäre Hospiz der Stadt eröffnet worden. Außerdem übergaben Dr. Axel Hentschel und Christian Koeppel vom Rotary Club Magdeburg 1500 Euro für das Hospiz übergeben. Danach erfolgte die Schlüsselübergabe an Schwester Uta Bauer. Sie ist die Pflegedienstleiterin des stationären Hospizes. Die Krankenschwestern werden gemeinsam mit den erhrenamtlichen Mitarbeitern die Bewohner des Hospizes betreuen. Die Kosten des Umbaus betrugen rund 545 000 Euro, von denen 21 Prozent als Eigenmittel aufzubringen waren. Bisher gab es eine Unterstützung der Alfred Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung. Auch die Lotto Toto GmbH sowie das Deutsche Hilfswerk spenden größere Hilfen. Im stationären Hospiz werden zehn Plätze geschaffen. Das sind acht Einbettzimmer und ein Doppel-Bettzimmer.
Erstmals informierte sich 1995 eine kleinere Gruppe von Mitarbeitern der Pfeifferschen Stiftungen über die Hospizidee und die Hospizarbeit. Mit dabei war auch Dr. Gisela Prillwitz.
Nach ihren Angaben stellte sich schnell heraus, dass die Hospizarbeit nicht sofort an ein Haus gebunden sein muss und so bildete sich 1997 Aktionskreis Hospiz, aus dem sich später die Hospizinitiative Magdeburg gründete. Dort hatte sich insbesondere Sabine Paqué engagiert, die dafür Anfang dieses Jahres von den Lesern der Volksstimme auf den dritten Platz bei der Wahl zum Magdeburger des Jahres 2002 gewählt wurde. Inzwischen sind etwa 35 Ehrenamtliche ausgebildet und darin geschult worden, unheilbar Kranken beizustehen und sie bis zum Tod zu begleiten - ob zu Hause, in Pflegeeinrichtungen oder im neuen stationären Hospiz. "Ohne die ehrenamtlichen Helfer ist die Hospizarbeit nicht denkbar", so Leonore Langner von den Pfeifferschen Stiftungen. Mit dem Umzug der Medizinischen Klinik im Mai 2001 in das neue Bettenhaus war eigentlich Baufreiheit gegeben, denn das Hospiz sollte Anfang 2002 in das Erdgeschoss des "Luisenhauses" einziehen. Die Finanzierung war damals noch nicht abgeichert. Die Spenden haben geholfen auch dieses Problem zu lösen.
Das Wort "Hospiz" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "Herberge". Im Mittelalter errichteten Nonnen und Mönche an den großen Pilgerstraßen Europas Hospize, in denen Wanderer Zuflucht fanden und Hilfe erfuhren, wenn sie krank wurden oder in Not gerieten. Die Hospizbewegung von heute greift diese alte Idee wieder auf. Sie sieht den Lebensweg des Menschen als Wanderschaft, bei der besonders kranke und sterbende Menschen, die zukünftig unser Hospiz bewohnen werden, wissen, dass ihre Lebenserwartung durch eine unheilbare Erkrankung begrenzt ist. Sie sollen bei uns eine "Oase" finden, einen Ort, wo nicht nur Krankheitssymptome gelindert werden, sondern wo sie eine Oase der Ruhe und Besinnung finden, in der man ihnen hilft, loszulassen und Abschied zu nehmen.
Auch G. A. Pfeiffer wollte da sein "für die aussichtslos kranken, für die alten, gebrechlichen, gänzlich arbeitsunfähig gewordenen Leute, die alle Tage elender werden, um eine Zufluchtsstätte zu bereiten, in der sie liebevolle Pflege finden sollten".
aus: Magdeburger Volksstimme (27.02.03)
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