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FDP Wahlprogramm zur Kommunalwahl 2004 in Magdeburg

- Schwerpunkt 5 -

Kulturstadt Magdeburg

Ein vielfältiges Kulturleben ist ein wichtiger Gradmesser für die Lebensqualität einer Stadt. Kulturelle Einrichtungen und ein breit gefächertes Angebot von Aktivitäten gehören zu den attraktiven Standortfaktoren – auch im Tourismus und bei der Ansiedlung von Unternehmen. Die Förderung der Kultur ist deshalb kein Luxus, sondern Notwendigkeit, vor allem in einer Landeshauptstadt, die zugleich kulturelles Zentrum ist.

 

Die Kulturpolitik Magdeburgs steht vor großen Herausforderungen. Es müssen erhebliche Anstrengungen unternommen werden, um das reiche 1200-jährige Kulturerbe der Stadt zu bewahren und auch modernen kulturellen Tendenzen Raum zu geben.

 

Kultureller Reichtum entsteht aus der Ergänzung städtischer Kulturinstitutionen durch private Einrichtungen mit großer Eigenverantwortung der jeweiligen Träger. Vielfalt ist möglich durch kommunale Förderung und bürgerschaftliches Engagement.

 

Besonders in Zeiten knapper Kassen sind alle Verantwortlichen aufgefordert, sich für den Erhalt der Vielfalt und Breite des städtischen Kulturlebens einzusetzen. Dies bedeutet auch, die vorhandenen Strukturen zu verändern und anzupassen, um mögliche Synergieeffekte zu nutzen. Die Haushaltsmittel müssen im Bereich der Kultur effektiver eingesetzt werden, auch durch stärkere Zusammenarbeit der betroffenen Einrichtungen. Empfänger öffentlicher Gelder unterliegen der besonderen Verpflichtung, Eigeninteressen zu überwinden und sich dem Ziel des Erhalts einer breiten Kulturlandschaft unterzuordnen.

 

Deshalb fordert die FDP,

  • die kulturellen Höhepunkte in Magdeburg noch effektiver als bisher zur imagebildenden Werbung für unsere Stadt einzusetzen,
  • das Theater der Landeshauptstadt und die Freien Kammerspiele zusammenzuführen - mit dem Ziel, künstlerische Profile und bestehende Spielstätten zu erhalten, aber notwendige Einspareffekte zu realisieren,
  • die Attraktivität der Museen weiter zu erhöhen, das Technikmuseum zunächst in seinem Bestand zu sichern, und das Engagement seines Fördervereins weiter zu unterstützen,
  • die Musikkultur in Magdeburg zu erhalten - durch die weitere Förderung von Magdeburgischer Philharmonie, Telemann-Zentrum und Telemann-Konservatorium, Musikvereinen und Chören,
  • traditionelle Festivals, wie die Telemann-Festtage, die internationale Puppentheaterwoche sowie Aktivitäten anderer privater Träger zu fördern,
  • die Vorbereitung der 1200-Jahrfeier Magdeburgs, die im Jahr 2005 stattfinden wird, weiter zu unterstützen,
  • kulturelle Jugendarbeit stärker zu fördern, soziokulturelle Einrichtungen stadtteilbezogen zu erhalten bzw. auszubauen,
  • städtische Verwaltungsstrukturen zu straffen oder durch effektivere Strukturen zu ersetzen, wie beispielsweise das Kulturamt durch ein innovatives, leistungsorientiertes Kulturmanagement mit hoher Fachkompetenz,
  • die MMKT (Magdeburg Marketing Kongress Tourismus GmbH) auf ihre Effizienz hin zu überprüfen,
  • ein Konzept für die kontinuierliche Bespielung attraktiver Standorte wie Domplatz, Jerichower Platz, Möllenvogtei u.a.m. zu entwickeln,
  • gezielt das private und ehrenamtliche Engagement im Bereich der Kultur zu fördern, auch bei der Entwicklung der Stadtteilkulturen,
  • die städtische Breitenkultur durch projektbezogene Förderung zu pflegen, Aktivitäten von Künstlern und Vereinen zu unterstützen, Kooperationen mit Vereinen, Verbänden und Kirchen auszubauen, um kreative Konzepte zu entwickeln, die vor allem Kindern und Jugendlichen sinnvolle Freizeitangebote und -beschäftigungen bieten.

Die FDP fordert die Stadt Magdeburg auf, den Zoologischen Garten der Stadt umfassend zu modernisieren. Ziel muss es dabei sein,

  • den Zoo kundenfreundlicher und tierartgerechter zu gestalten, das populärwissenschaftliche Begleitprogramm zu verbessern und das Angebot an gastronomischen Leistungen attraktiver zu machen,
  • die Besucherzahlen und den Grad der Selbstfinanzierung des Zoos auf Dauer zu erhöhen,
  • den Zoo in der Rechtsform einer GmbH zu führen und Umlandgemeinden, deren Bewohner die Angebote des Zoos nutzen, zu veranlassen, Anteile an der GmbH zu erwerben.

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Wahlprogramm zur Kommunalwahl 2004 (PDF, 70kb)