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FDP Stadtratsfraktion Magdeburg

 

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FDP Wahlprogramm zur Kommunalwahl 2004 in Magdeburg

- Schwerpunkt 10 -

Offensive Stadtentwicklung und Stadtmarketing

Historisches Zentrum

Magdeburg hat trotz der Zerstörungen durch Krieg und Nachkriegszeit noch immer eine bedeutende historische Bausubstanz. Zwischen Hasselbachplatz und Johanniskirche sind mittlerweile zahlreiche Baudenkmäler mit großem technischen und finanziellen Aufwand restauriert und liebevoll wieder hergerichtet worden. Architektonische Herzstücke der Stadt befinden sich am Domplatz und in dessen Umfeld. Hier wird der Geist des alten Magdeburg am intensivsten spürbar. Trotz der aufwändigen Wiederherstellung sind diese Plätze viel zu wenig belebt und von den Magdeburgern nicht wirklich intensiv genutzt.

 

Es bedarf deshalb in der Stadtentwicklungspolitik einer neuen Schwerpunktsetzung: nicht ausschließlich denkmalpflegerische Gesichtspunkte müssen im Vordergrund stehen, sondern zunehmend systematische Maßnahmen zur Belebung der historischen Innenstadt. Nicht museale Öde ist das Ziel, sondern großstädtische Vitalität auf historischem Grund.

 

Die FDP fordert deshalb

  • attraktive Standorte der Innenstadt durch häufige kulturelle Veranstaltungen zu beleben, z.B. Märkte, Theater- und Musikaufführungen,
  • durch flexibles Verwaltungshandeln Möglichkeiten zu schaffen, um den Domplatz und sein Umfeld stärker gastronomisch zu nutzen,
  • private Initiativen zur Belebung der Innenstadt unbürokratisch zu unterstützen.

 

Magdeburg und Elbe

Wirtschaftsraum Elbe: Die Elbe hat als gewerblich genutzter Schifffahrtsweg eine besondere Bedeutung für die Stadt Magdeburg. Die FDP bekennt sich nachdrücklich zur Elbe als Schifffahrtsweg. Im Rahmen der konzeptionellen Gesamtentwicklung der Schifffahrtswege in der Bundesrepublik Deutschland muss den Interessen der Landeshauptstadt beim Ausbau der Elbe besondere Beachtung geschenkt werden.

 

Der Magdeburger Hafen muss wasserstandsbeständig werden. Durch eine Schleuse am Abstiegskanal des Mittellandkanals zur Elbe ist der Hafen auch bei Niedrigwasser in der Elbe zum Mittellandkanal hin schiffbar. In diesem Zusammenhang muss auch der Magdeburger Hafen selbst weiterentwickelt werden.

 

Erlebnisraum Elbe: Die Elbe muss stärker in das Stadtbild integriert werden und für die Städter erlebbar werden – durch den Ausbau von Promenaden, die behutsame Entwicklung alter Brachen und die Integration von Gastronomie und Events direkt am Fluss.

 

Dieses Potenzial einer Stadt am Fluss ist bislang noch viel zu wenig genutzt worden. Zwar sind bei der Einbeziehung der Elbe in das Stadtleben in den letzten Jahren Fortschritte erzielt worden. Dennoch sind weitere Schritte nötig.

 

Die FDP fordert

  • eine bessere Einbeziehung des Elbe-Radwanderweges in die touristischen Konzepte der Stadt,
  • die Weiterentwicklung des Konzepts „Perlenkette“ (Uferbebauung von Buckau bis Westerhüsen) sowie mehr Sportmöglichkeiten und saisonale Gastronomie am Elbufer, damit der Uferbereich der Elbe mehr Freizeitwert und Wohnqualität gewinnt,
  • die Wiedereröffnung von Flussbadeanstalten zu prüfen, da die Wasserqualität sich in den letzten Jahren deutlich verbessert hat.

 

Stadtumbau Ost

Die Stadt Magdeburg steht städtebaulich vor einer großen Herausforderung. Durch das Schrumpfen der Stadt – d.h. den Verlust Tausender Einwohnern jährlich – gibt es einen sehr hohen Wohnungsleerstand. Das Durchschnitts-alter der Bevölkerung steigt. Gerade in Zeiten leerer Kassen benötigen wir in Magdeburg einen tief greifenden Strukturwandel. Der Stadtumbau Ost bietet die Chance, entstandene bauliche Missstände zu beseitigen und die Attraktivität unserer Stadt zu erhöhen.

 

Die FDP fordert deshalb:

  • eine Anpassung des Wohnungsangebotes an den Bedarf,
  • eine engere Zusammenarbeit von Stadt, Land, Bund (um zum Beispiel Fördermittel effektiv und zügig einsetzen zu können),
  • eine noch engere Zusammenarbeit von Stadt, Wohnungsgenossenschaften und Bürgern,
  • den Erhalt bzw. den Neubau alters- und behindertengerechter Wohnungen,
  • die Stärkung der Infrastruktur in den Stadtteilzentren (z.B. durch Förderung der Einzelhändler, Beseitigung bürokratischer Hemmnisse, Kurzzeitparkplätze),
  • die Befreiung der Wohnungsunternehmen von DDR-Altschulden.

 

Innerstädtische Brachen

Die FDP setzt sich für eine bessere Nutzung und Pflege der innerstädtischen Baulücken und Brachen ein. Dazu muss die Stadtverwaltung verstärkt das Gespräch mit den Eigentümern suchen. Ist eine Nachnutzung kurzfristig nicht zu gewährleisten, muss zumindest für eine angemessene Instandhaltung der Flächen gesorgt werden.

 

Gemäß dem Grundsatz des Grundgesetzes, dass „Eigentum verpflichtet“, müssen bestehende rechtliche Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um Eigentümer ggf. zu kooperativem Handeln zu veranlassen. Neue gesetzliche Regelungen sind zu initiieren, wenn eine Brache länger als zehn Jahre besteht. Dies gilt beispielsweise für das „Haus des Handwerks“, den „Kristallpalast“, das „Haus der Lehrers“ und die ehemaligen Bauarbeiterhotels an der Erzberger Straße.

 

Die Entwicklung des alten Bahngeländes an der Elbe zwischen Klosterbergegarten und Fürstenwall ist voranzutreiben

 

Stadtmarketing

Magdeburg muss mehr wahrgenommen werden - national und international. Die FDP fordert deshalb ein professionelleres Stadtmarketing, das jene historischen Persönlichkeiten und Baudenkmäler der Stadt in den Vordergrund rückt, die schon heute außerhalb Sachsen-Anhalts bekannt sind. Nur diese haben eine Chance, auf Dauer zu „Markenzeichen“ Magdeburgs zu werden, die für die Stadt weithin Sympathie und Interesse wecken.

 

An erster Stelle muss dabei Kaiser Otto der Große stehen, eine historische Gestalt von europäischem Rang. Der enorme Erfolg der Ottonenausstellung 2001 im kulturhistorischen Museum hat gezeigt, wie groß das Interesse außerhalb der Region an ottonischer Geschichte ist. Die FDP begrüßt nachdrücklich, dass die Stadt ab 2005 einen Kaiser-Otto-Preis vergeben wird. Dies genügt allerdings nicht. Die FDP fordert noch viel intensivere Bemühungen, die Stadt Magdeburg in ihrer Außendarstellung mit Otto dem Großen und dem Magdeburger Dom als Grabstätte Ottos zu verbinden.

 

Mit begrenzten Zielgruppen bieten sich folgende weiteren Schwerpunkte für das Stadtmarketing an:

  • das Kloster Unser Lieben Frauen für Freunde mittelalterlicher Klosterkultur und moderner Kunst,
  • Otto von Guericke und die Lukasklause für Freunde der Geschichte der Naturwissenschaften,
  • Wallanlagen, Kasematten und Kavaliere für Freunde preußischer Geschichte,
  • die eindrucksvollen Parkanlagen bis hin zum Elbauenpark mit dem Jahrtausendturm für Freunde der Gartengestaltung,
  • der soziale Wohnungsbau der 20er-Jahre für Freunde der klassischen Moderne in der Architektur.

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Wahlprogramm zur Kommunalwahl 2004 (PDF, 70kb)