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Mittwoch, 16. Juni 2010
Mitarbeit statt lautstarker Propaganda
Leserbrief von Hans Heidelberg
Die Organisatoren des Bildungsstreiks sehen ihre Forderungen nicht erfüllt, aber sie haben sich bisher auch nicht konstruktiv in die Arbeit der Gremien der Universität eingebracht. Die Forderungen nach einer besseren Studierbarkeit von Bachelor- und Masterstudiengängen, weniger Prüfungen usw. können an den Universitäten, in den Fakultätsräten und im Senat, umgesetzt werden. Dort werden Studien- und Prüfungsordnungen geschrieben unter Mitarbeit von Studenten, sofern diese ihre Wahlämter ernst genug nehmen und sich auch aktiv in den Gremien beteiligen. Die Kultusminister sind dafür nicht zuständig.
Weiter schreiben die Organisatoren, dass die Studenten an den Beratungen zum Hochschulgesetz beteiligt werden wollen. Genau das wurden die Studenten auch, die Studierendenräte der Universitäten und Fachhochschulen wurden vom zuständigen Ausschuss des Landtags um Stellungnahme gebeten und die Studierendenräte trugen ihre Änderungswünsche dann im vergangenen Herbst dem Ausschuss vor. Des Weiteren wird eine stärkere Beteiligung der Studenten in den Gremien gefordert. Dieses kann Sachsen-Anhalt kaum selbst regeln. Gegebenenfalls wäre dafür sogar eine Änderung des Grundgesetzes nötig, mit dem Ziel, die Freiheit von Forschung und Lehre einzuschränken.
Es ist zudem darauf hinzuweisen, dass das Bündnis Bildungsstreik in keinster Weise demokratisch legitimiert ist. Der Studierendenrat der OvGU unterstützt diesen Bildungsstreik nach meiner Kenntnis auch nicht. Wenn es dem Bündnis ernsthaft um eine Verbesserung der Lage der Studenten ginge, würde man nicht nur durch lautstarke Propaganda auffallen, sondern durch Mitarbeit. Konstruktive Vorschläge gab es im vergangenen Jahr jedoch nicht wirklich. Die Lage der Studenten wird durch einen Streik auch nicht gerade verbessert, schon gar nicht, wenn es zu Besetzungen von Hörsälen kommen sollte, wie im vergangenen Jahr in zahlreichen Städten geschehen. Solche Maßnahmen hindern Studenten, die gerne lernen möchten noch am Lernen.
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