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Magdeburg – Annäherungen an eine Stadt
Liebe auf den zweiten Blick: Sabine und Karl-Heinz Paqué
1996 packte Familie Paqué in Kiel die Koffer, um sie in Magdeburg wieder auszupacken. Nein, es war damals nicht Liebe auf den ersten Blick, was Sabine Paqué mit der Elbestadt verband. Es war eine auf den zweiten.
Die Empfangsdame im Hause Paqué heißt Nora. Nora ist schwarz, hat vier Pfoten und wird prinzipiell jedem Besucher entgegengeschickt. Aufgabe des Labrador-Energiebündels ist es, den Gast des Hauses auf den letzten Treppenstufen zu begleiten. Nora liebt diesen Job. Sicher auch, weil sie die ihr angeborene Neugier befriedigen kann.
Als Sabine und Karl-Heinz Paqué 1997 nach Magdeburg zogen, war es auch Nora, die erste Brücken zu den Menschen in der neuen Heimat schlug. Wie? „Wenn man mit einem Hund spazieren geht, dauert es nicht lange, bis man mit anderen Menschen ins Gespräch kommt“, weiß Sabine Paqué. Sie liebt es ebenso wie Nora, Neues zu entdecken. Und sie liebt es, Leute und deren Geschichten kennen zu lernen.
Aber nicht nur über die Menschen hat sich die 47-Jährige die Elbestadt erschlossen. Zugegeben, Magdeburg sei früher für sie nur eine Stadt gewesen, an der man gedankenlos vorbeifuhr.
Zu Unrecht, wie sie heute weiß. Die Konsequenz: Im Hause Paqué ist es jetzt grundsätzlich üblich, Besucher nie auf direktem Weg zu sich zu lotsen. Eine kleine Stadtrundfahrt geht der Ankunft stets voraus, erzählt Sabine Paqué lächelnd. Doch damit ist der Gast noch keineswegs in die Ruhephase entlassen – Stadtführungen und Exkursionen in die Parkanlagen sind ebenfalls ein Muss. Denn die Gäste sollen entdecken und staunen. Und „bisher hat uns noch keiner verlassen, der beim Abschied nicht von der Stadt begeistert war.“
Sabine Paqué kann sich noch gut an jenen trüben Dezembertag 1996 erinnern, als sie zum ersten Mal von der Autobahn abfuhren, um die neue Heimatstadt in Augenschein zu nehmen. „Der Dom und die Elbe haben mich sofort für die Stadt eingenommen.“
Inzwischen sind es sehr viel mehr dinge, die ein Band zwischen Sabine Paqué und der Stadt knüpfen. Die Kulturdenkmale – in erster Line das Kloster Unser Lieben Frauen. „Der Dom ist schön, aber das Kloster ist noch wesentlich schöner. Es ist ein Kleinod, das noch unberechtigt im Schatten steht und mehr in den Vordergrund gerückt werden sollte.“ Mit Hilfe des „Freundeskreises Kunstmuseum im Kloster Unser Lieben Frauen“.
Dort hat sie 34 Mitstreiter an ihrer Seite, die sich ebenfalls als Botschafter verstehen und einen der „vielen Schätze der Stadt aufpolieren“ möchten. Das Kloster soll erlebbarer werden – sowohl für die Elbestädter als auch für die Besucher.
Überhaupt, das Interesse an der Kultur zu wecken und zu pflegen ist für Sabine Paqué, die in Kiel u.a. auch Kunstgeschichte studierte, Herzenssache. Und es gebe viele Wege der geistigen Auseinandersetzung, die den Blick über den Tellerrand ermöglichen – z.B. Galerien, Vorträge, Führungen und Exkursionen.
„In Magdeburg kann man sich noch einmischen. Hier ist noch alles in Bewegung. In Magdeburg zu leben, ist einfach sehr spannend“, sagt Sabine Paqué.
Autorin: Cordula Homburg
Aus: Magdeburger Volksstimme vom 28.9.2002
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